Sie sind winzig, extrem anpassungsfähig und haben sich in den letzten Jahren weltweit stark ausgebreitet: Bettwanzen (Cimex lectularius) sind parasite Insekten, die sich auf das Zusammenleben mit Menschen und warmblütigen Wirten spezialisiert haben. Wer von einem Befall betroffen ist oder vorbeugen möchte, muss zunächst verstehen, wie diese Schädlinge biologisch aufgebaut sind und wie sie leben.
Was genau zeichnet Bettwanzen aus, wie sehen sie aus und wie pflanzen sie sich fort?
Steckbrief: Die Anatomie und Merkmale von Bettwanzen
Bettwanzen gehören zur Familie der Plattwanzen (Cimicidae). Ihre körperlichen Merkmale sind perfekt an eine versteckte Lebensweise und das Blutsaugen angepasst.
- Größe und Form: Adulte (voll entwickelte) Bettwanzen erreichen eine Länge von etwa 4 bis 6 Millimeter. Ihr Körper ist oval, flach und rötlich-braun gefärbt. Aufgrund dieser Form und Größe werden sie häufig mit einem Apfelkern verglichen.
- Farbveränderung nach der Nahrungsaufnahme: Nach einer Blutmahlzeit runden sich die Tiere auf, strecken sich in die Länge und verfärben sich dunkelbraun bis schwarzrot.
- Flugunfähigkeit: Bettwanzen besitzen keine Flügel und können weder fliegen noch springen. Sie bewegen sich ausschließlich krabbelnd fort – sind dabei jedoch überraschend schnell, wenn sie durch Licht oder Erschütterungen gestört werden.
Lebensweise: Lichtscheu, zäh und extrem langlebig
Bettwanzen sind rein nachtaktive Tiere. Den Tag verbringen sie gut versteckt in winzigen Ritzen, Spalten, hinter Fußleisten, Steckdosen oder in Polstern.
- Wirtssuche: Nachts werden sie durch die Körperwärme des Menschen sowie das ausgeatmete Kohlendioxid ($C{O}_{2}$) und spezifische Hautgerüche angelockt. Der Stich selbst erfolgt unbemerkt, da die Insekten ein betäubendes und gerinnungshemmendes Sekret in die Wunde abgeben.
- Überlebenskraft: Die Insekten gelten als extrem hartnäckig. Je nach Umgebungstemperatur können erwachsene Bettwanzen wochen- bis monatelang komplett ohne Nahrung auskommen. In kühlen Umgebungen verfallen sie in eine Art Starrezustand (Diapause), wodurch sie lange Überlebensraten aufweisen.
Der Entwicklungszyklus und Vermehrung
Bettwanzen vermehren sich rasant. Ein einzelnes weibliches Tier kann im Laufe seines Lebens Hunderte von Eiern ablegen.
- Die Eier: Sie sind winzig (etwa 1 Millimeter lang), perlmuttartig weiß und mit einem klebrigen Sekret versehen, sodass sie in selbst den kleinsten Ritzen fest haften bleiben.
- Die Nymphen: Aus den Eiern schlüpfen junge Bettwanzen, sogenannte Nymphen. Diese durchlaufen fünf verschiedene Häutungsstadien, bis sie voll ausgewachsen sind. Für jede einzelne Häutung benötigen sie zwingend eine Blutmahlzeit.
- Verbreitung im Wohnraum: Da nicht nur die ausgewachsenen Tiere, sondern auch die winzigen Nymphen Blut saugen, wächst eine Population exponentiell, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und bekämpft wird.
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